paradiesisch - die Giegelhof-Gemeinschaft

aber neu stimmt schon lange nicht mehr und es kam einmal wieder anders


ziemlich genau ein Jahr, nachdem ich begann, hier im weltweiten Netz meine ideellen Aktivitäten vorzustellen, entpuppte sich das Projekt, was vielleicht mein Wichtigstes ist:

Gemeinschaftsleben auf dem Giegelhof.

Im September 2014 bin ich dabei, in aller Ruhe von meiner vorigen "Spiesser-Wohnung", wie ich sie jetzt immer nenne, in die schönste aller Hütten - rosa - zwischen Gartengelände und Hühnerauslauf, einzuziehen. In genau diesen Tagen, wo Herr Professor Nico Paech (ich schätze ihn sehr, auch wenn er Professor ist) bei Murg im Wandel von der Befreiung vom Überfluss spricht, erlebe ich das Geschenk dieser Befreiung hautnah. Auf gut 10 m² beheizbarer Wohnfläche und 7 m² wunderschöner überdachter Terrasse und ein wenig Hinterhof (mein Bad...)  richte ich meinen neuen Privatbereich ein. Nach und nach hole ich nur das, was mir wirklich wichtig ist, in diesen begrenzten Raum. Mit Freude spüre ich täglich: vieles, was ich zuvor um mich angehäuft habe, kann ich leicht abgeben und es geht mir dadurch besser.

Ein grosser Teil meines alltäglichen Lebens auf dem Hof wird sich freilich auf weit grösserer Fläche in der Gemeinschaft abspielen. In einem "Raum", der zum grossen Teil auch für FreundE und für GästE (da meine ich jene, die noch keine FreundE sind...) zugänglich ist. Der Giegelhof "3.0" ist so zu sagen gerade geboren, er ist noch sehr formbar, wenn auch sicher Wichtiges, was das Wesen des "Heranwachsenden" ausmacht fest in der "Erbmasse" verankert ist. Visionen von derzeit vier Menschen, die nicht mehr von anderem Leben träumen möchten, sondern sich entschlossen haben, ihre Träume zu leben.

Für unser bio-feeling brauchen wir keinen Anbauverband, für unser Gemüse keinen Markt. Selbstversorgung, die am Liebsten sehr weit geht und neben der Ernährung auch Bereiche wie Brennholz und Bauen einbezieht, ist Dreh- und Angelpunkt. Der Austausch mit Menschen, die die Zugkraft des authentischen Lebens auf dem Land auch spüren, ist die zweite Säule dessen, was uns am Herzen liegt. Es gibt kein fertiges Konzept, nur ein paar Fetzen. Aber es wächst jeden Tag etwas heran, was so nach und nach auch formuliert wird. Ich nenne es  – als Arbeitstitel  "Bildungs- und Begegnungsstätte Giegelhof".

Und gespannt sind wir. Sehr gespannt, wo es hin geht, wer noch dazu kommt...

IIm Dezember 2018 weiss ich wieder mehr über das Leben. Oder ist das zu hoch gegriffen? nach einigem personellen Wechsel auf dem Hof und fortgesetztem Rückzug in die kleine Welt "meines" tiny house (oben im Bild als Hintergrund - noch vor der Fassadendämmung und PV-Anlage) musste ich im Sommer dieses Jahres gehen. Ich hatte Gelegenheit, eine Weile elektrisch autark mit einer Insel-PV-Anlage zu leben und an meinen Ideen von kleine Kreisläufen zu arbeiten, die ein Mensch verantwortlich gestalten kann. Davon nehme ich etwas mit. Dass mir Beständigkeit, die ich durchaus gewünscht hatte, nicht gelang, kann ich nicht schön reden. Die Aufgabe, deren Lösung mir vielleicht gelang, ist, in allen Situationen, in die iich kam, meine Möglichkeiten zu erkennen und die Fäden loszulassen, die ich nicht in der Hand halten kann. Mich neu zu orientieren an dem, was machbar ist. Eine gewisse Konsequenz hatte es, meinen Weg aus der schmutzigen Industriestadt Mannheim über den Odenwald und den Schwarzwald 2018 nach Tirol fortzusetzen. nach einem halben Jahr bin ich skeptisch, ob ich dort Wurzeln treiben kann. In Kufstein habe ich meinen Wohnsitz, mein Unternehmenssitz ist formal noch Rickenbach. Etwas zerlegt, alles mit einander...